Über 50 Jahre Geschichte

Anfang der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts kamen auf die beiden Stuttgarter Waldorfschulen – Uhlandshöhe und Kräherwald – vermehrt Eltern von Kindern mit Entwicklungs- und Lernschwierigkeiten zu. Nur vereinzelt konnten diese Kinder in die großen Regelklassen aufgenommen werden.

  1. Die Idee einer besonderen Waldorfschule entsteht

    Anfang der 1960er Jahre wenden sich zunehmend Eltern von Kindern mit Entwicklungs- und Lernschwierigkeiten an die Stuttgarter Waldorfschulen Uhlandshöhe und Kräherwald. Es wird deutlich, dass eine waldorfpädagogische Einrichtung gebraucht wird, die diesen Kindern eigene Lernwege und therapeutische Möglichkeiten eröffnet.

  2. Erste Förderklasse und Vereinsgründung

    Im September unterrichtet Albert Hanel bereits die erste Förderklasse auf dem Gelände der Uhlandshöhe. Im Oktober wird der Verein der Michael Bauer Schule gegründet.

  3. Drei Förderklassen nehmen den Unterricht auf

    Im Herbst 1970 werden bereits drei Förderklassen unterrichtet. Die junge Schule wächst und gewinnt eine erste stabile Struktur.

  4. Einzug in Vaihingen und Beginn des integrativen Schulmodells

    Auf dem neuen Schulgelände in Vaihingen werden zwei Holzhäuser eingeweiht und an Ostern bezogen. Mit der Aufnahme der ersten Regelklasse entsteht ein Schulmodell, das Förderklassen und Regelklassen in einem gemeinsamen Schulorganismus verbindet.

  5. Wachstum, neue Klassen und erste Bauimpulse

    Durch eine kleine Bauerweiterung der Holzhäuser können weitere Klassen eröffnet werden. Gleichzeitig entstehen erste starke Impulse für die Finanzierung eines größeren Neubaus.

  6. Baubeginn für Schulgebäude und Mehrzweckhalle

    Ein endgültiges Schulgebäude mit Mehrzweckhalle wird in Angriff genommen. Der Neubau schafft die Grundlage für den weiteren Ausbau der Schule.

  7. Das neue Schulhaus wird zum Ort des Schullebens

    Das neue Gebäude wird bezogen. Erste Veranstaltungen und Feste im eigenen Haus prägen das Schulleben und stärken die Gemeinschaft.

  8. Die erste Förderklasse verlässt die Schule

    Die erste Förderklasse schließt ihre Schulzeit ab. Gleichzeitig entstehen neue Überlegungen zur Gestaltung der Förderklassen-Oberstufe; das Konzept des Werkhofs beginnt Gestalt anzunehmen.

  9. Die Schule erreicht ihre größte Schülerzahl

    Auch der Normalklassenzug ist bis zur 12. Klasse aufgebaut. Die Schule erreicht mit rund 680 Schülerinnen und Schülern ihre höchste Schülerzahl.

  10. Erstes Abitur im eigenen Haus

    Die erste Abiturprüfung findet im eigenen Haus statt. Damit ist ein wichtiger Entwicklungsschritt im Schulprofil erreicht.

  11. Werkhof, Partnerschaften und Circus Calibastra

    Der Michael Bauer Werkhof nimmt als eigener Bereich die Klassen 11a und 12a auf. Es entstehen internationale Schulpartnerschaften, und der Schülerzirkus Calibastra wird weit über die Schulgemeinschaft hinaus bekannt.

  12. Neue Formen der Mitgestaltung und ein weiterer Neubau

    In der Selbstverwaltung entstehen neue Formen der Beteiligung. Eltern, volljährige Schülerinnen und Schüler sowie Kollegium gestalten die Schule stärker gemeinsam. Zugleich wird ein weiterer Neubau notwendig, der 1997 eingeweiht wird.

  13. Umstellung auf Ganztag und 5-Tage-Woche

    Nach einem intensiven Beratungsprozess wird der Schulbetrieb auf die 5-Tage-Woche umgestellt. Ganztagsangebote, Hort und Cafeteria erweitern den Schulalltag.

  14. Beschluss für Sporthalle, Hort und neue Fachräume

    Die Mitgliederversammlung beschließt den Bau einer Einfachsporthalle mit Hortbereich, Lehrküche und Oberstufenräumen.

  15. Einweihung des Michael Bauer Schulcampus

    Am 10. Oktober 2015 wird der Neubau feierlich eingeweiht. Die Schule erweitert sich um rund 1.700 Quadratmeter und wird zum Michael Bauer Schulcampus.

  16. Der Festsaalbau erhält ein neues Gesicht

    Der renovierte Festsaalbau wird eingeweiht. Festsaal, Schulküche, Speiseraum, Cafeteria und Mehrzweckraum werden modernisiert und an die aktuellen Anforderungen angepasst.

Historisches Porträt von Michael Bauer.

Michael Bauer ist der Namensgeber unserer Schule. Er wirkte als Lehrer, Schriftsteller und Vorstandsmitglied der Anthroposophischen Gesellschaft. Geboren wurde er am 29.10.1871 in Gössersdorf in Oberfranken und starb am 18.06.1929 in Breitbrunn in Bayern.

Da kein Mensch in der Jugend fertig wird – ja nicht einmal fertig werden soll, das Beste also der Selbsterziehung bleibt, so müsste vielleicht die Jugenderziehung mehr als bisher daraufhin bilden, Lust und Trieb zur Selbsterziehung lebendig zu erhalten.